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STAUF
Klebstoffwerk GmbH
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22. TKB-Fachtagung in Frankfurt
Lösemittel in Parkettklebstoffen
Fussbodentechnik April 2006

STAUF-Entwicklungleiter Dr. Frank Gahlmann referierte über die Auswirkungen eines möglichen Verbotes von Lösemitteln in Parkettklebstoffen. Aufgrund der Gefahrstoffverordnung besteht in Deutschland die Verpflichtung zur Verwendung von Stoffen mit möglichst niedrigem Gefährdungspotenzial. Für Verlegewerkstoffe ist diese allgemeine Maßgabe in der TRGS 610 näher erläutert. Dort finden sich Ausführungen zur Substitution von stark lösemittelhaltigen Verlegewerkstoffen. Wesentliche Grundlage sind die Erkenntnisse der Bau-Berufsgenossenschaft über die physiologischen Wirkungen verschiedener Bauchemikalien.
Während in anderen Bereichen der Bauchemie, wie bei Bodenbelagsklebstoffen oder Parkettlacken, stark lösemittelhaltige Produkte nur noch eine Randerscheinung sind, dominieren Lösemittel-Kunstharz-Klebstoffe noch immer den Markt der Parkettklebstoffe. Dr. Gahlmann betonte, dass ein Umdenken unumgänglich sei. Technische Alternativen stünden bereit und hätten sich bewährt. Bereits heute könnten alle Parkettarten lösemittelfrei verklebt werden. Allerdings müssten zum Teil PU-Klebstoffe – vor allem hartelastische – eingesetzt werden, die ebenfalls Gefahrstoffe sind und keine Ersatzstoffe im Sinne der TRGS 610. Der Isocyanatgehalt dieser Klebstoffe macht bei der Verlegung ein Schützen der Haut erforderlich, was in der Praxis nur schwer umzusetzen ist.

Dr. Gahlmanns Fazit:

· Lösemittelklebstoffe sind technisch nicht notwendig.
· Die Benennung von Ersatzprodukten zusätzlich zu den Dispersionsklebstoffen steht noch aus.
· Ein Verbot von Lösemittelparkettklebstoffen ist kurzfristig nicht zu erwarten.
· Der Verbraucherschutz und die aktuelle Rechtsprechung setzt den Parkettleger schon jetzt ausreichend unter Druck.
· Der Parkettleger muss bei den lösemittelfreien Klebstoffen eine differenzierte Produktauswahl treffen. Hierbei sind Gisbau- und
  Herstellerinformationen ausreichende Grundlage.

Der Referent sieht für das Fachhandwerk eine große Chance, wenn lösemittelfreie industrielle Verlegelösungen angeboten werden, die den Verbraucher-, Umwelt- und Verarbeiterschutz verantwortungsbewusst berücksichtigen.

 
 
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