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STAUF
Klebstoffwerk GmbH
Oberhausener Straße 1
57234 Wilnsdorf
Tel.: +49 (0)2739 301-0
Fax.: +49 (0)2739 301-200
 
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Klebstoffwerk STAUF besteht seit 175 Jahren
Immer ein guter Partner des Handwerks gewesen

Siegener Zeitung Juni 2003

Auf sein 175-jähriges Bestehen kann in diesem Jahr das Klebstoffwerk STAUF, ein alteingesessenes Siegener Unternehmen, das 2002 den neuen Unternehmensstandort im Wilnsdorfer Industriegebiet Lehnscheid bezog, zurückblicken.
 
Bereits in den Kirchenbüchern und Chroniken des 17. Jahrhunderts findet sich der Name STAUF. Und schon damals war er eng verknüpft mit dem produzierenden Handwerk. Während des dreißigjährigen Krieges als Gerberei in Siegen gegründet, waren es die wirtschaftlichen Umstände der napoleonischen Kriege des 19. Jahrhunderts, die Eberhard Stauf 1828 dazu bewegten, eine Hautleimsiederei aufzubauen. Seit diesen Zeitpunkt ist der Name STAUF aus der Klebstoffindustrie nicht mehr wegzudenken.
 
Ab 1862 übernahm Wilhelm Stauf (1831–1906), Sohn des Firmengründers, die Leitung des Betriebs und modernisierte mit der Einführung der Dampfmaschine Produktionstechnik und Arbeitsweise. Die Anlage wurde 1885 um einen Trocknungsbau für die natürliche Trocknung von Hautleim-Gallerttafeln erweitert. Im Zuge der industriellen Revolution wurde das Siegerland an das Eisenbahnnetz des Ruhrgebiets angeschlossen. Dies trug entscheidend zum wirtschaftlichen Aufschwung dieses Betriebszweiges bei.
 
Im Jahre 1900 wurde die Firma von den Söhnen Ernst Stauf (1882–1949) und Richard Stauf (1888–1956) übernommen und 1903 der Trocknungsbau mit Dampfheizung und Ventilation so modernisiert, dass die Trocknungszeit der Hautleimtafeln deutlich reduziert werden konnte. Noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Betriebszweig Gerberei wegen Unrentabilität aufgegeben und der Bereich Leimsiederei ausgebaut. Neben den Reparationszahlungen des Ersten Weltkrieges, der starken Inflation und der einsetzenden Wirtschaftskrise während der Weimarer Republik, machte vor allem der Bezug von Rohstoffen die Leimherstellung schwierig und teuer.
 
Dr. Werner Stauf (1900–1987), der 1930 in die Firma eintrat, sah seine wichtigste Aufgabe darin, von den tierischen Rohstoffen unabhängig zu werden. Diese Versuche waren zunächst wenig erfolgreich. Die komplette Zerstörung des Werksgeländes an der Frankfurter Straße während des Zweiten Weltkriegs durch Fliegerangriffe am 16. Dezember und am 1. Februar 1945, brachte die Produktion zunächst völlig zum Erliegen. Der unternehmerische Ausweg bestand in der Entwicklung von Leimen aus künstlichen Rohstoffen, der erste Kaltleim „Viskos“ wurde 1946 entwickelt. Er konnte in der materialarmen Zeit vor der Währungsreform im Juni 1948 in Möbelfabriken und anderen Holz verarbeitenden Betrieben eingesetzt werden. Später, als die Holz verarbeitende Industrie wieder bessere Leime beziehen konnte, fand „Viskos“ Verwendung für das Verkleben von Holzfaserplatten als Fußbodenbelag auf Betonböden. Diese bedeutete erstmalig eine Entwicklung der Firma STAUF in Richtung Bauklebstoffe.
 
1952 wurde der Dispersionsparkettklebstoff „STAUF Rapid M2A“ auf den Markt gebracht, der noch heute – in leicht verbesserter Form – von den Parkettlegern benutzt wird. Bald reichten die kleinen Produktionshallen nicht mehr aus und Dr. Werner Stauf und sein Sohn Helmut Stauf (1934 bis 1998), der 1961 in das Unternehmen eintrat, fassten das Unternehmen unter einem Dach in einer große, für damalige Verhältnisse modernen Halle mit großen Lagermöglichkeiten zusammen. In die 50er Jahre fiel auch die Entwicklung des ersten Lösemittel-Parkettklebstoffs „STAUF-WFR“. Der Absatz an künstlichen Leimen und Klebstoffen, vor allem für die Bauwirtschaft, erlebte einen erfreulichen Aufschwung. Die modernen Klebstoffe hatten sich endgültig durchgesetzt.
 
1974 konnten die 1965 begonnenen Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten mit einer neuen Betonhalle für die Rohstoff- und Fertigwarenlagerung abgeschlossen werden. 1975 wurde für Produktion und Vertrieb die Firma STAUF Klebstoffwerk gegründet. Die Kommanditgesellschaft Eberhard Stauf blieb als Besitzgesellschaft bestehen. Die Entwicklung in den 90er Jahren war bestimmt durch neue Klebstoffe auf Polyurethanbasis. Speziell für den Parkettmarkt wurden geeignete PU-Klebstoffe für schwierige Verlegesituationen entwickelt. Im Jahr 2000 wurde der erste Pulverklebstoff für Parkett vorgestellt, der plastisch wie ein Dispersionsklebstoff, aber quellungsarm wie ein Lösemittelklebstoff ist.
 
Seit dem Tod von Helmut Stauf leiten dessen Ehefrau Siegrid Stauf und die beiden Söhne Wolfgang und Volker Stauf die Geschicke des Unternehmens STAUF, das bei den Parkettklebstoffen über das größte Produktportfolio am Markt verfügt. Die hohe Qualität und die Fachkompetenz im Bereich der Parkett- und Bodenbelagklebstoffe haben dazu geführt, dass STAUF seinen Marktanteil in Deutschland auf 40 Prozent ausbauen konnte. Rund 40 Prozent beträgt auch der derzeitige Exportanteil.
 
Wolfgang Stauf wies im Rahmen eines Pressegesprächs darauf hin, dass der deutsche Markt zwar seit einigen Jahren einen Abwärtstrend aufweise, dass dieser Trend aber durch die positive Exportentwicklung aufgefangen werde. Zurzeit würden die Aktivitäten vor allem auf Osteuropa ausgeweitet. Insbesondere das Baltikum sowie die ehemaligen sowjetischen und jugoslawischen Staaten böten interessante Perspektiven. Ziel des Unternehmens, das 35 Mitarbeiter beschäftigt sei es auch außerhalb von Europa Märkte zu erschließen. STAUF nannte in diesem Zusammenhang den Nahen und den Fernen Osten.
 
Die jüngste Familiengeneration schaut mit Optimismus in die Zukunft. Für sie gilt die unternehmenseigene Überzeugung, dass 175 Jahre STAUF vor allem Verpflichtung sind und die Basis für die Zukunft bilden.
 
 
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