| Fachlehrer aus dem Siegerland griffen in Wilnsdorf begeistert zu Bunsenbrenner und Tiegelzange Chemie ein Teil des täglichen Lebens |
Westfälische Rundschau | November 2005 |
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Der Chemieindustrie mangelt es an qualifizierten Nachwuchskräften. Ein Grund dafür ist sicherlich der zu geringe Praxisbezug im Schulunterricht. Abhilfe leisten will da der Westfälische Arbeitgeberverband (AGV) für die chemische Industrie. Gemeinsam mit dem Chemielehrer-Fortbildungszentrum der Universität Dortmund und der Wilnsdorfer Firma STAUF Klebstoffwerk GmbH bot der Verband eine Fortbildung für Lehrpersonal aus Siegen-Wittgenstein an. Martin Haverkamp vom Chemielehrer-Fortbildungswerk hatte das Thema "Batterien, Akkumulatoren und Korrosion" auf den Stundenplan gesetzt. Nach einem Rundgang durch das Unternehmen mit Geschäftsführer Volker Stauf legten die "Pennäler" schnell und eifrig los. Sogar der Schulleiter des Wilnsdorfer Gymnasiums, Harry Poignie, griff begeistert zu Bunsenbrenner und Tiegelzange. An zahlreichen Stationen durften die zwölf "Pennäler" Experimente nach den jeweiligen Versuchsanleitungen durchführen. Sie sind für die Sekundarstufe 1 vorgesehen. Im Mittelpunkt standen dabei so genannte Redoxreaktionen. Die Teilnehmer schnitten Batterien auf, bauten Früchte, Kartoffel- und Mac-Gyver Batterien (Aluminium-Luft-Batterien) und konnten sehen, wie Eisen korrodiert. Auch der Nachbau einer Brennstoffzelle und Versuche zur Fällungsreihe gehörten zum Programm. "Die Experimente im Chemie-Unterricht kommen zu kurz, diese Experimente kann ich eins zu eins für den Unterricht übernehmen", machte Andrea Schwaiger vom Berufskolleg deutlich, worin die Motivation zu Ihrer Teilnahme lag. Das Siegerland erlebte mit dem Projekt eine Premiere. "Wir kooperieren bereits seit drei Jahren mit dem Fortbildungszentrum, konnten jedoch bislang im Siegerland noch nicht richtig Fuß fassen", sagte Bernd Brucker, Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit beim AGV Chemie Westfalen. "Chemie-Berufe sind nicht so bekannt, daher gibt es Probleme mit dem Nachwuchs. Der Unterricht muss interessanter und praxisnah gestaltet werden." Der Verband wolle nun die Öffentlichkeitsarbeit intensivieren, um Fortschritte bei Berufsorientierung und -vorbereitung zu erzielen. "Durch die Reihe, die jährlich neue Themen behandelt, können Lehrer etwas Frisches in den Unterricht einbringen." Martin Haverkamp: "Neben neuen Versuchen werden auch Standversuche angeboten, die wir nachher didaktisch aufbereitet an die Lehrer weitergeben. Das sehe ich als eine Serviceleistung, durch die die öffentliche Arbeit ungemein erleichtert wird." Hilfreich sei vor allem das Entgegenkommen von Firmen wie der Firma STAUF, freute sich Brucker. Die Chemieindustrie sei geprät durch Klein- und Mittelständler. Für Volker Stauf ist es "eine Verpflichtung als chemische Industrie einen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Chemie muss populär präsentiert werden." Denn Chemie sei nicht immer gefährlich, sondern fände schließlich im täglichen Leben statt, beschrieb der Chef von 40 Mitarbeitern und des seit 2002 in Wilnsdorf ansässigen Traditionsunternehmens die Beweggründe für die Teilnahme an dem Projekt. |
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