| Fachgruppe Holz - Tipps von ausgewiesenen Fachleuten Parkett im Bad? |
boden wand decke | Februar 2008 |
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Die Teilnehmer aus den Reihen des Zentralverbands Parkett und Fußbodentechnik (ZVPF) dürften ihr Kommen nicht bereut haben: „Hochinteressante Informationen von sehr kompetenten Referenten", lautete das oft gehörte Fazit. Dr. Frank Gahlmann, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Klebstoffherstellers Stauf, sorgte mit seinem Vortrag im Haus der Nachhaltigkeit am Johanniskreuz im Pfälzer Wald für Aufsehen. Und das, obwohl er nach eigenen Angaben bei der Suche nach Verwertbarem zum Thema Parkettverlegung in Feucht- und Nassräumen nur mit Mühe fündig geworden war. Einen Stand der Technik herauszuarbeiten, fiel ihm schwer, so dass der promovierte Chemiker seine Ausführungen an allgemeine und eigene, durchaus positive Erfahrungen anlehnte. Er erklärte, Fußwärme, Optik und Atmosphäre seien die Hauptgründe, die in diesem Anwendungsbereich für einen Holzfußboden sprechen. Charakteristisch für die Anforderungen seien die große Bandbreite wechselnder Luftfeuchten, zum Teil längerfristig stehendes Wasser und zusätzlich häufig eine Belastung durch Fußbodenheizung. Der Handwerker beuge Problemen am effektivsten vor, indem er Maßänderungen bei den Belägen durch den Einsatz quellarmer Holzarten, geringe Elementabmessungen, eine fachgerechte Verklebung und Oberflächenbehandlung sowie die elastische Abdichtung des Untergrunds in Grenzen halte. Der Nutzer sei verantwortlich für zügiges Aufnehmen von Oberflächenwasser und umgehendes Lüften nach raumklimatischer Belastung, wie sie beim Duschen entsteht. Allgemein sollten Holzfußböden nur in Räumen mit geringer beziehungsweise mäßiger Feuchtebeanspruchung (Klasse 0 beziehungsweise A2) verlegt werden. Ferner ist laut Gahlmann auf die Wasserfestigkeit der Untergründe zu achten. Angesichts der Feuchtigkeitsempfindlichkeit einiger Materialien sei eine hydrophobierende Grundierung erforderlich. Geeignet für die Parkettverlegung sind nach Einschätzung des Experten elastische PU- oder SMP-Klebstoffe. Im Zusammenhang mit Mehrschichtparkett wies er auf das Problem der Verleimfestigkeit der Decklagen hin. Unter der Lupe: Dr. Jörn Haferkorn, Leiter des Produktmanagements Klarlacke beim Versiegelungshersteller Loba in Ditzingen, hatte mit seinem Team in Laboruntersuchungen unterschiedliche Parketthölzer von Teak über Eiche bis Eiche gedämpft, versehen mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen und Pflegemaßnahmen, unter die Lupe genommen und Kriterien wie chemische Beständigkeit, Fugenbild, Trittsicherheit sowie Pflegeaufwand geprüft. Die Untersuchungen sollen über einen längeren Prüfzeitraum fortgesetzt werden. Sie wurden laut Haferkorn auf Basis einer 240-stündigen Klimatisierung vorgenommen, wobei sich bereits erste Tendenzen andeuteten. Die spezifische Belastung sorge im Bad allgemein für ein Gefälle bei der Holzfeuchte: höhere Werte an der Oberseite, geringere Werte unten. Verformungen seien in Anhängigkeit davon die Folge. Doussie, Merbau, das ölhaltige Teakholz und die heimische Eiche verhielten sich bei dieser Art Anwendung vergleichsweise günstig. Anschnitt, Quell- und Schwindmaß, Feuchtewechselzeit des Holzes und Abmessung des Parketts seien besonders zu berücksichtigen. Grundsätzlich zieht der Experte diffusionsoffene Oberflächen vor, die für die von oben eindringende Feuchtigkeit durchlässig sind. Dementsprechend seien bei versiegelten Böden allein aus Gründen der Bauphysik die Stoßfugenbereiche eine Schwachstelle, wobei bei dieser Oberflächenbehandlung ein geringeres Fugenbild infolge geringerer Luftfeuchte zu konstatieren sei. Bei geölten Boden sei eine Nachbehandlung zum effektiveren Schutz durch ins Holz eindringende Substanzen wichtig. Gleiches gelte für Mehrschichtparkett, hier müssten die Stöße auch und gerade auf Fußbodenheizung zusätzlich geschützt werden. Schichtdicken spielten bei geölten Böden insofern eine Rolle, als sie insbesondere die Schutzwirkung gegen Chemikalieneinwirkung durch Duschgele, Seifen oder Mundwasser beeinflussten, während sich zweikomponentige Lacke hinsichtlich der potenziellen Blockbildung (Abrissfugen) günstiger als einkomponentige Lacke erwiesen. Beide Vortragenden rieten zur Vorsicht im Umgang mit Parkett im Bad und stießen mit ihrer Einschätzung beim skeptischen Publikum auf positive Resonanz. Prof. Dr. Lothar Siebel, FH Aachen, setzte sich mit dem Schallschutz für Holzbalkendecken auseinander und wies zunächst auf allgemeine Veränderungen durch die moderne Bauweise mit abgedichteten Fenstern und perfekt isolierten Wänden hin. Dadurch werde das Empfinden auf etwaige Störungen im Inneren des Gebäudes gelenkt, während Einflüsse von außen kaum noch wahrnehmbar seien. Für den speziellen Fall der Verbesserung des Schallschutzes einer Holzbalkendecke gebe es mehrere Möglichkeiten. Dazu zählt Siebel das Abhängen der Decke mit geeigneten Baumaterialien oder das Kombinieren von Teppichen mit einer Unterlage aus Zellkautschuk. Die Möglichkeiten seien aber begrenzt. Häufig seien Öffnung oder gar Neuaufbau der Konstruktion erforderlich, wenn für eine Holzbalkendecke erhöhter Schallschutz gefordert werde. Das Einbringen von Masse sei die altbekannte und adäquate Methode zur Verbesserung des Trittschallschutzes, während für den erhöhten Raumschallschutz das Einbringen von Glas- beziehungsweise Steinwolle effektiver sei. Siebel warnte vor Schallbrücken und gab Tipps zur Vermeidung beziehungsweise wirksamen Beseitigung. Im Anschluss an einen grundlegenden Vortrag zum Thema Holz von Manfred Jagler, Firma Jaso in Kippenheim, widmete sich Bernhard Lysser, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie (ISP) und international renommierter Sachverständiger des Parkettlegerhandwerks, der zunehmenden Nachfrage nach Terrassendielen. Er empfahl den Parkettverlegern, das interessante Saisongeschäft zu nutzen. In seinem Vortrag, den wir in einem der nächsten Hefte abdrucken, ging es um Auflager, Befestigungsmöglichkeiten und deren maximale Distanzen, um Unterkonstruktionen, Hinterlüftungen, Hölzer sowie deren spezifische Eignung, erforderliche Pflegemaßnahmen, die verglichen mit Parkett andere Einschätzung von Verfärbungen, Holzfehlern oder Rissen sowie um potenzielle Schadensquellen bei der Verarbeitung. bwd Fachinfo: Geklebtes Parkett zeigt - wie im TKB-Merkblatt deutlich wird – unbestrittene Vorteile. Abgesehen davon, dass bestimmte Parkettarten zur Stabilisierung immer auf einen festen Untergrund geklebt werden müssen, verhalten sich verklebte Böden im Vergleich zu lose verlegten günstiger: · Das Kleben bewirkt eine höhere Maßbeständigkeit. · Der Boden kann öfter renoviert werden, womit seine Lebenserwartung verlängert wird. · Durch eine schubfeste Verbindung wird die Ausbildung von Fugen minimiert, das Parkett liegt ruhiger und wirkt ebener. · Auf Heizestrichen bewirkt der Verbund einen direkten und damit besseren Wärmeübergang. · Der Raumschall beim Begehen des Bodens wird durch das Kleben deutlich reduziert. |
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