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FAQ

Typische Fragen an die STAUF Anwendungstechnik

Muss ich den alten Klebstoff entfernen, bevor ich einen neuen Belag verklebe?

GrundsĂ€tzlich muss bei einer Neuverlegung von Parkett oder elastischen BodenbelĂ€gen die EstrichoberflĂ€che von anhaftenden Klebstoffresten des vorherigen Oberbelages vollstĂ€ndig entfernt werden. Nur dann ist eine ausreichende Haftung des Oberbelags auf dem Unterboden gewĂ€hrleistet. Zudem erschweren Klebstoffreste auf der OberflĂ€che eines Estrichs die vorgeschriebene und notwendige PrĂŒfung des Untergrundes.

In der Praxis wurde frĂŒher oft mit lösemittelhaltigen Klebstoffen und PUR-Klebstoffen direkt auf belastete AltuntergrĂŒnde geklebt. Meistens ist auch eine gute Haftung auf den Belags- oder Klebstoffresten gegeben. Nun stellen diese Klebstoffreste jedoch eine Schwachstelle in der Verklebung dar, da ihre Festigkeit nicht den Belastungen durch Parkett (insbesondere bei Massivparkett und –dielen) standhalten kann. Alte Klebstoffreste sind in der Regel nicht tragfĂ€hig, sodass die Belastung durch das Arbeiten des Holzes vom Unterboden abscheren. 

Ist es möglich, Parkett auf Fertigteile­striche zu verkleben?

Auf Fertigteilestrich darf nach Angabe des Herstellers nur Mosaikparkett im WĂŒrfel- oder FischgrĂ€tmuster bzw. Mehrschichtparkett verklebt werden. Zur Verklebung auf gipsbasierten Estrichplatten sind nur wasserfreie Klebstoffe einzusetzen. Eine direkte Verklebung von Stabparkett oder Industrieparkett ist somit nicht möglich.

Nach unseren Erfahrungen ist die OberflĂ€chenfestigkeit  der Trockenestriche durchaus ausreichend fĂŒr eine Parkettverklebung. Problematisch sind hier jedoch die geringe Dicke des Estrichs und die damit zusammenhĂ€ngende relativ geringe Biegesteifigkeit. Falls Massivparkett in fast gleicher Dicke auf den Estrich verklebt werden soll, muss bei normalen jahreszeitlich bedingten Klimaschwankungen und dem daraus resultierenden Arbeiten des Holzes mit einer Aufwölbung des gesamten Bodens gerechnet werden.

Die Biegesteifigkeit des Unterbodens und damit auch die OberflĂ€chenfestigkeit kann durch das zusĂ€tzliche Verkleben und Verschrauben einer OSB- oder Spanplattenlage auf dem Trockenestrich deutlich verbessert werden, so dass dann auch Verlegung von Massivparkett oder –dielen möglich ist.

Die Dicke der zu verklebenden Spanplatte sollte sich möglichst an der Dicke des zu verlegenden Parketts orientieren, OSB-Platten können bei gleicher Festigkeit etwas geringer dimensioniert sein. Zur Verklebung von Verlegeplatten auf dem Trockenestrich ist grundsĂ€tzlich der Klebstoff zu empfehlen, der auch fĂŒr die Verklebung des Parketts eingesetzt wird. Der Einsatz einer Grundierung ist auf Fertigteilestrichen nicht erforderlich. 

Sind elastische Klebstoffe zur Massivdielen­verklebung geeignet?

Zur vollflĂ€chigen Verklebung werden grundsĂ€tzlich reaktive, wasserfreie Klebstoffsysteme empfohlen. Optimal sind 1- oder 2-komponentige PUR-Klebstoffe wie z.B. PUK-455 und PUK-445, aber auch der SPU-Klebstoff SPU-570, die MaĂŸĂ€nderungen des Holzes bei Klimawechsel deutlich reduzieren. Unabdingbar ist eine ausreichende Festigkeit der EstrichoberflĂ€che, da die bei Massivdielen auftretenden KrĂ€fte höher sind als bei z.B. Mehrschichtparkett. Um die Belastungen des Untergrundes zu reduzieren, werden Klebstoffe mit hartelastischer Klebstoffmechanik wie z.B. SPU-460 oder SMP-950 empfohlen. Hier ist allerdings zu beachten, dass aufgrund der etwas höheren ElastizitĂ€t der Klebstofffuge bei sehr ungĂŒnstigen klimatischen Bedingungen, insbesondere bei sehr breiten Dielen, jahreszeitbedingte sichtbare Verformungen (SchĂŒsselungen) auftreten können.

Darf Massivparkett auf Gussasphalt geklebt werden?

GrundsĂ€tzlich ja ! Da es sich bei Gussasphalt um einen thermoplastischen, nicht saugfĂ€higen und unpolaren Untergrund handelt, sollten bei der Verlegung von Massivparkett einige Besonderheiten beachtet werden: Die ĂŒbliche Absandung, die eine Verkrallung von vielen Verlegewerkstoffen erst gewĂ€hrleistet,  muss durchgehend gleichmĂ€ĂŸig und satt ausgefĂŒhrt sein. Aufgrund der fehlenden SaugfĂ€higkeit muss beachtet werden, dass dispersionsbasierte Grundierungen und Klebstoffe deutlich langsamer als ĂŒblich aushĂ€rten und mehr Wasser ins Massivparkett eindringt, was zu Verformungen und deutlichen MaĂŸĂ€nderungen fĂŒhren kann.

Da es sich bei Gussasphalt um einen thermoplastischen Werkstoff handelt, kann er sich bei hohen Punktlasten verformen. DarĂŒber hinaus kann bei starker Quellung des Massivparketts eine Aufwölbung des Gussasphalts auftreten, besonders bei zu gering gewĂ€hlten EinbaustĂ€rken. Neben den allgemein gĂŒltigen PrĂŒfpflichten nach DIN 18356 und DIN 18560 sollten bei der Parkettverlegung auf Gussasphalt einige Besonderheiten beachtet werden. Bei der Beklebung mit Parkett muss der Gussasphalt einen ausreichenden Wandabstand aufweisen. Der Abstand sollte mindestens 10 mm aufweisen, bei grĂ¶ĂŸeren FlĂ€chen entsprechend mehr.

In der Regel ist ein neuer Gussasphalt belegereif und bedarf außer dem Reinigen (z.B. Absaugen) keinerlei Vorbereitung. Weiter sollte vom Planer Estrichdicke und Festigkeitsklasse entsprechend angepasst werden. Nach unserer Erfahrung sind in Kombination mit 22mm Massivdielen Estrichdicken von mind. 45 mm und Festigkeitsklassen von IC15 besser IC10 sinnvoll. 

Wann ist ein beschleunigter Zementestrich belegereif (trocken)?

Ein mit Zusatzmittel beschleunigter Zementestrich stellt eine Sonderkonstruktion im Sinne der DIN 18560 dar. Hierbei gibt es keine allgemeinverbildlichen geltenden Grenzwerte zur Belegereife (Restfeuchte). Eine Freigabe muss somit ĂŒber den Zusatzmittelhersteller (CM-Messung), Estrichleger bzw. besser Planer oder Bauherr erfolgen. Detaillierte Informationen sind u.a. in der Fachpresse als auch im BEB-Merkblatt zur CM-Messung zu Entnehmen.

Muss ich vor der Verklebung mit Reaktiv­klebstoffen (PUK-, SMP-, SPU-Reihe) grundieren?

Nein ! Parkett darf direkt auf Estriche mit STAUF SMP-/SPU- und PUK-Typen geklebt werden, ohne diese FlĂ€chen vorab zusĂ€tzlich zu grundieren und zu verspachteln. Diese Freigabe gilt fĂŒr alle ordnungsgemĂ€ĂŸen (belegereifen) UntergrĂŒnde (u.a. tragfĂ€hig, fest, eben, sauber und trocken) wie z. B. Zementestrich, Anhydritestrich (beide auch mit Fußbodenheizung), OSB- oder V-100-Verlegeplatten. Die fĂŒr unsere PUK-Klebstoffe erhĂ€ltlichen Grundierungen sind nur optional oder auf ansonsten nicht verlegereifen UntergrĂŒnden einzusetzen.

Kann ich elastische und textile BelÀge direkt auf den Estrich kleben?

Generell ist ein Estrich nach Einbau von der OberflĂ€chenbeschaffenheit her mit einer Ausgleichsmasse nicht vergleichbar. Vor allem gibt es große Unterschiede in Bezug auf SaugfĂ€higkeit, Festigkeit, und Rauigkeit (KorngefĂŒge)! Bei und vor allem nach der Verklebung eines elastischen Belages sind kleinste Verunreinigungen oder Unebenheiten auf der BelagsoberflĂ€che erkennbar, weshalb in den MerkblĂ€ttern aller wichtigen VerbĂ€nde zu einer Spachtelung  vor der Verlegung elastischer BelĂ€ge geraten wird. Meist wird eine Spachtelung mittels Rakeltechnik empfohlen, was mittlerweile dem Stand der Technik entspricht.

AuszĂŒge aus gĂ€ngigen MerkblĂ€ttern: TKB-Merkblatt Nr. 8: „Vor der Verlegung von textilen und elastischen BelĂ€gen ist immer zu spachteln“ und Kommentar zu DIN 18365 „Bodenbelagsarbeiten“: „Der Untergrund (
) ist mit Spachtelmasse zu glĂ€tten.“Bei Teppichböden kann es je nach RĂŒckenausstattung des Belages und der spĂ€teren Nutzung vereinzelt Ausnahmen geben, jedoch raten wir hier ebenfalls immer zu einer vollflĂ€chigen Spachtelung mit einer geeigneten Ausgleichsmasse.

Wie baue ich auf alte Fliesen und Naturstein­belĂ€ge auf?

Fliesen sind zunĂ€chst einmal von allen Trennschichten, also vor allem Verschmutzungen und Reinigungsmittelresten, zu befreien. Es muss darauf geachtet werden, dass das hierfĂŒr benutzte Reinigungsmittel keine pflegenden Wachse enthĂ€lt, die wiederum eine Trennschicht aufbauen. Anschließend ist der Boden grob anzuschleifen. Sollten vorher keine Hohlstellen oder losen Fliesen aufgefallen sein, wird man loses Material spĂ€testens nach dem Schleifen entfernen mĂŒssen.

LĂŒcken mĂŒssen mit Spachtelmasse aufgefĂŒllt werden. Die gesamte FlĂ€che kann mit einer Haftgrundierung wie z.B. STAUF VDP-160 grundiert werden. Anschließend kann gespachtelt (vor allem notwendig bei elastischen BelĂ€gen) oder direkt verklebt werden. Als bevorzugte Parkettart ist auf Grund des eher geringen Quellvermögens Mehrschichtparkett vorzuziehen. 

Wie bekomme ich Restschichten Klebstoff oder Spachtelmasse von einem Altuntergrund ab?

Generell gibt es viele Arten der OberflĂ€chenbearbeitung, bei denen unterschiedlich viel Material abgetragen werden kann. Sie richten sich generell nach der Tiefe und Festigkeit des abzutragenden Materials. Von Schleifen mit verschiedenen Schleifmitteln von Korund ĂŒber Kupfer bis Diamant und verschiedensten FrĂ€swerkzeugen gibt es zusĂ€tzlich auch GerĂ€te zum Sand- und Kugelstrahlen.

Oft reicht grobes schleifen unter Zuhilfenahme von Einscheibenmaschinen aus, die man mit unterschiedlichsten TellerausfĂŒhrungen bestĂŒcken kann. Lassen Sie sich hier vom GerĂ€tehersteller Ihres Vertrauens eingehend beraten. Die Aussage, dass man manche alten Verlegewerkstoffen nicht abschleifen (abtragen) kann, gilt schon lange nicht mehr. Meist ist nur nicht das richtige Anbauwerkzeug vorhanden, um die notwendige Abtragrate zu erreichen.

Wie lÀsst sich mit SMP oder SPU verklebtes Parkett entfernen?

Da elastische Klebstoffe bei dennoch fester Verbindung zu Parkett und Untergrund weich sind, bieten sich zur Entfernung des Parketts Techniken an, die durch ein „Aufschneiden“ der Klebstofffuge das Parkett ablösen. Dies kann durch scharfe Klingen geschehen, die unter die Parkettebene geschoben werden. Idealerweise erfolgt dies maschinell, mit speziell geformten Schneidwerkzeugen und durch hydraulische, elektrische oder mit Luftdruck betriebene Werkzeuge. Zu nennen sind hier sogenannte „Stripper“ , die meist zur Entfernung textiler oder elastischer BelĂ€ge eingesetzt werden.

Hierzu ist es sinnvoll, das Parkett quer zur Verlegerichtung in der Tiefe des Holzes einzuschneiden. Die AbstĂ€nde der Einschnitte hĂ€ngen von der Breite des benutzten GerĂ€tes bzw. der Klinge ab. Ohne Einschnitte in der FlĂ€che wĂŒrde sich das GerĂ€t beim Entfernen grĂ¶ĂŸerer Parkettelemente verklemmen. Ein Nachhebeln, wie bei druckluftbetriebenen lanzenartigen GerĂ€ten, ist meist nicht möglich.

Kann ich eine neue (beheizte) Betondecke absperren?

Eine Klebung von BelÀgen direkt auf eine bestehende Rohbetondecke ist generell schwierig. Es sind zuvor einige Dinge zu klÀren:

  • Der Betonboden muss frei von Trennschichten sein, ggf. muss der Boden geschliffen, gefrĂ€st oder kugelgestrahlt werden.
  • Es muss, besonders bei erdreichberĂŒhrenden Konstruktionen, eine ausreichende DĂ€mmung vorhanden sein.
  • ZusĂ€tzlich muss eine Dampfsperre unterhalb der Rohbetondecke vorliegen, um nachstoßende Feuchtigkeit aus dem Untergrund auszuschließen.

Ohne ausreichende Dampfsperre ist mit nachstoßender Feuchtigkeit zu rechnen. In einem solchen Fall sind „lediglich“ wasserdampfbremsende Grundierungen nicht geeignet und es ist von einer Verlegung dringend abzuraten. Mit einer entsprechenden ausreichender Dampfsperre unterhalb der Betonkonstruktion ist ein aufbringen einer wasserdampfbremsenden Grundierung grundsĂ€tzlich möglich. Nach heutigem Wissensstand ist ein CM-Wert von 5 CM-% allerdings deutlich zu hoch.

Empfohlen wird allgemein, erst ab 3,5 oder besser 3 CM-% eine Dampfbremse aufzubringen. Im Falle einer Fußbodenheizung ist bis 3, besser 2,5 CM-% zu warten. Eine verlĂ€ssliche PrĂŒfung auf Restfeuchte ist unseres Erachtens nur durch Entnahme einer grĂ¶ĂŸeren Probemenge (in der Regel durch Kernbohrung) und eine anschließende Darr-Messung möglich. Dies ist besonders wichtig, da eine Rohbetondecke ĂŒber Jahre hinweg Feuchtigkeit abgeben kann. Besonders wichtig sind diese Angaben bei der Verlegung von feuchteempfindlichen oder dampfdichten BelĂ€gen.

Kann ich Massivdielen direkt auf eine Betondecke kleben?

Die direkte Verklebung von Massivdielen auf eine Betondecke ist möglich, wenn die OberflĂ€che der Betondecke Ă€hnlich der OberflĂ€che eines Zementestrichs ist. Ansonsten muss die OberflĂ€che durch FrĂ€sen, (Schleifen funktioniert meist nicht optimal), Saugen und/oder Grundieren vorbereitet werden. Bei grĂ¶ĂŸeren Unebenheiten muss selbstverstĂ€ndlich gespachtelt werden. Weiter ebenfalls Punkt 11. Kann ich eine neue (beheizte) Betondecke absperren?, beachten.

Ist ihr Klebstoff giftig oder gefÀhrlich?

Bei sachgerechter Anwendung sind Reaktivklebstoffe der SMP-, SPU-Reihe oder PUK-Reihe sowohl fĂŒr den Verleger als auch fĂŒr den Nutzer gesundheitlich unbedenklich. Die Produkte enthalten nur sehr geringe bis keine migrationsfĂ€higen Bestandteile wie Weichmacher und sind mit Ausnahme der PUK-Reihe kennzeichnungsfrei.

Sie enthalten keine Lösungsmittel und sind mit dem Emicode EC1RPlus der Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe (GEV) als sehr emissionsarm ausgezeichnet. Weitere Informationen findet man auf der Seite der GEV unter www.emicode.de. ZusĂ€tzlich ist eine Einstufung in den GISCODE RS10 bzw. RU1 (Gefahrstoffrechtliches Einstufungssystem der Berufsgenossenschaften fĂŒr Arbeitsschutz) vorhanden, die auf lösemittelfreie Produkte hinweist. FĂŒr das Verkleben von Parkett empfehlen die Berufsgenossenschaften u.a. nach RS10 und RU1 eingestufte Klebstoffe als Ersatzstoffe fĂŒr stark lösemittelhaltige Klebstoffe.

Des Weiteren erfĂŒllen die genannten Produkte die Anforderungen zur Verwendung in AufenthaltsrĂ€umen nach dem AgBB-Schema (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten) und sind beim DIBT (Deutschen Institut fĂŒr Bautechnik) bauaufsichtlich zugelassen.

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